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    KlimaschutzStrategie

    Climate Transition Plan (CTP): Ihr strategischer Fahrplan in eine CO2-ärmere Zukunft

    In einer Zeit, in der regulatorische Anforderungen wie die CSRD den Druck auf Unternehmen erhöhen, wird eine klare und umsetzbare Klimastrategie unerlässlich. Ein zentrales Instrument, das dabei in den Fokus rückt, ist der Climate Transition Plan (CTP), zu Deutsch Klimatransitionsplan. Doch was genau verbirgt sich dahinter?

    20. Januar 2026

    Was ist ein Climate Transition Plan (CTP)?

    Für viele Unternehmen ist die Entwicklung einer Klimastrategie kein Neuland, doch bislang verlief dieser Prozess oft kaum standardisiert. Wer sich jetzt mit dem Thema auseinandersetzt, profitiert von der Vereinheitlichung: dem Klimatransitionsplan.

    Ein Climate Transition Plan ist im Wesentlichen ein Aktionsplan, der detailliert die Ziele, Maßnahmen und benötigten Ressourcen eines Unternehmens für den Übergang zu einer CO2-ärmeren Wirtschaft aufzeigt. Sein übergeordnetes Ziel ist es, Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen so zu gestalten, dass sie mit der langfristigen Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad konform sind. Er bietet eine gute Grundlage für die Operationalisierung der Klimastrategie und spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle für die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

    Warum CTPs jetzt wichtig sind: Externe Treiber

    Die Relevanz von CTPs wird durch eine Reihe von EU-Regulierungen gesteigert, die eine Standardisierung des unternehmerischen Klimaschutzes fördern sollen.

    Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) fordert von Unternehmen im Standard ESRS E1-1 der European Sustainability Reporting Standard (ESRS) Informationen in Bezug auf ihre CTPs. Die Angabe wird aktuell als „PAT“ (Policies, Actions and Targets) klassifiziert. Das bedeutet, dass ein Unternehmen zunächst auch angeben kann, dass es bisher noch keinen CTP hat. Mittelfristig wird die Entwicklung eines CTPs jedoch für alle betroffenen Unternehmen unerlässlich sein.

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    Aber auch andere Rahmenwerke schaffen einen Anreiz für Unternehmen, einen Klimatransitionsplan aufzustellen und für Compliance- oder Finanzierungszwecke zu nutzen. Zum Beispiel im Emissionshandelssystem der EU (ETS) müssen Unternehmen aus emissionsintensiven Branchen wie Zement, Stahl oder Chemie, die innerhalb ihres Sektors eine besonders hohe Emissionsintensität vorweisen, einen Climate Neutrality Plan (CNP) vorlegen, um Kürzungen bei freien Emissionszertifikaten zu vermeiden.

    Fakt ist: Ein Klimatransitionsplan bietet Unternehmen eine starke Grundlage für eine zukunftsfähige Klimastrategie und eine überzeugende Berichterstattung. Wer bereits Inhalte für den CSRD-Bericht erarbeiten muss, kann diese direkt strategisch weiterführen. Aber für alle Unternehmen gilt: Es lohnt sich, frühzeitig zu handeln und die Anforderungen aktiv als Chance zu nutzen, um Wettbewerbsfähigkeit und Glaubwürdigkeit im Markt zu stärken.

    Die wichtigsten Kerninhalte eines CTPs nach ESRS E1-1

    ESRS E1-1 (Absatz 16) gibt klare Berichtsinhalte für den Transitionsplan vor:

    • 1,5-Grad-Konformität der Ziele: Erklärung, wie die Unternehmensziele mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatibel sind, inklusive der Methodik zur Zielentwicklung
    • Reduktionshebel und Maßnahmen: Beschreibung und Quantifizierung der geplanten Maßnahmen zur Dekarbonisierung
    • Investitionen und Finanzierung: quantitative und qualitative Darstellung der Investitionen und Finanzierungsquellen zur Umsetzung des CTPs, inklusive Zeithorizonten
    • „Locked-in“ Emissionen: mindestens qualitative Bewertung von Treibhausgasemissionen, die z.B. in langlebigen Vermögenswerten gebunden sind und die Zielerreichung gefährden könnten
    • Taxonomie-Alignment: Ziele oder Pläne, wie die eigenen ökonomischen Aktivitäten an den Kriterien der EU-Taxonomie ausgerichtet werden
    • Umsätze aus fossilen Energieträgern: Quantitative und qualitative Angaben zu Umsätzen oder Vermögenswerten, die mit fossilen Energieträgern (Kohle, Öl, Gas) in Verbindung stehen
    • Kompatibilität mit EU Paris-aligned Benchmarks: Ja-/Nein-Statement, ob das Unternehmen von diesen Benchmarks ausgeschlossen ist (z.B. aufgrund signifikanter Umsätze aus Kohle)
    • Integration in die Gesamtstrategie: Erklärung, wie der CTP in die allgemeine Geschäftsstrategie und die Finanzplanung eingebettet ist und wie die Wertschöpfung während und nach der Transition aussehen soll
    • Zustimmung des Managements: Ja-/Nein-Statement, ob der CTP von den zuständigen Verwaltungs-, Management- und Aufsichtsgremien genehmigt wurde
    • Fortschrittsbericht: narrative und quantitative Erläuterung des Fortschritts bei der Umsetzung des Plans und der Zielerreichung

    Wichtige Rahmenwerke als Orientierungshilfe

    Für Unternehmen bietet es sich an, sich bei der Ausgestaltung ihres Klimatransitionsplans an etablierten fachlichen Rahmenwerken zu orientieren:

    EFRAG und TPT Unterschied

    Die Vorteile eines durchdachten Climate Transition Plans

    Ein gut ausgearbeiteter CTP ist weit mehr als die Erfüllung einer regulatorischen Verpflichtung. Er bietet handfeste strategische Vorteile:

    • Dient intern als klarer Handlungsleitfaden für die Organisation und deren strategische Ausrichtung, mit konkreten kurz-, mittel- und langfristigen Roadmaps und Verantwortlichkeiten
    • Legt die Grundlage für die Erreichung der Klimaziele und erhöht die Resilienz gegenüber Klimarisiken transitorischer oder physischer Natur
    • Stärkt die Wettbewerbsfähigkeit im Markt sowie die Glaubwürdigkeit des Unternehmens in Bezug auf dessen Klimaschutzversprechen gegenüber externen Stakeholdern
    • Dient zunehmend als Grundlage für Finanzprodukte im Rahmen von Klimaschutzfinanzierung und als Entscheidungsgrundlage für Risikobewertung am Kapitalmarkt

    Regulatorische Pflicht, strategische Kür

    Der Climate Transition Plan entwickelt sich von einer reinen Empfehlung zu einem zentralen, strategischen Managementinstrument; Klimastrategien werden zunehmend einheitlich und standardisiert. Ein CTP ermöglicht Unternehmen, ihre Klimaziele nicht nur zu formulieren, sondern diese auch mit konkreten, finanziell unterlegten und zeitlich geplanten Maßnahmen zu untermauern. Wer diesen Prozess proaktiv angeht, sichert sich nicht nur Compliance, sondern positioniert sich auch zukunftsfähig in einer Wirtschaft im Wandel.

    Unternehmensberaterin Jenny Bellan im Austausch

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